Ausmusterung kann sooooo einfach sein….
Im Laufe meiner 19-jährigen Tätigkeit als Ausmusterungsberater habe ich schon viele lustige Dinge erlebt, aber diese Tage gab es wieder mal ein echtes Highlight. Vor einigen Wochen klingelte es an meiner Tür und ein Mann, den ich von sehr viel früher aus dem Kollegenkreis kannte, stand vor mir. In perfektem badischen Dialekt fragte er mich: “Hallo Peter, kennsch mi no?” Ich antwortete genau so badisch: “jo, i kenn di no” usw.
Nach ein wenig Smalltalk erzählte er mir, dass sein Sohn die Einladung zur Musterung erhalten hat und ich doch da “helfen könne”. Natürlich konnte ich helfen und empfahl ihm, sein Sohn solle Kunde bei mir werden. Dies geschah dann auch, und ich bereitete den Sohn auf die Musterung vor…
Vor ein paar Tagen, als ich mal keine Zeit zum richtigen Mittagessen hatte und im “amerikanischen Spezialitätenrestaurant” (das mit den goldenen Bögen) vorbeischaute, traf ich die beiden zufällig. Ich fragte den Sohn, wie denn die Musterung verlaufen sei? Darauf sagte dieser: “Bin ausgemustert worden”. Ich fragte, ob alles so gelaufen sei, wie wir es besprochen hatten? Darauf er: “Nein, ganz anders!” Ich: “ja wie denn?” Er: “Der Musterungsarzt begrüßte mich den Worten, sie kommen aus Waldshut, wurden sie auf eine Ausmusterung vorbereitet? Darauf sagte ich ganz einfach ja. Der Musterungsarzt sagte dann okay, dann brechen wir hier die Sache ab und ersparen uns den Rest, sie sind ausgemustert. Warten sie da vorne, dort bekommen sie es schriftlich, was dann auch geschah….”
Es freut mich natürlich sehr, dass ich nicht nur bei meinen Kunden, sondern auch bei der Bundeswehr so einen guten Ruf habe. Wenn man dieses System nun auch offiziell einführen könnte… Der Kunde zeigt seinen Anti-Wehrdienst-Report bei der Musterung oder Nachmusterung vor und bekommt seinen ersehnten T5…. Vielleicht denkt bei der Bundeswehr ja mal jemand über diesen Vorschlag nach….
Freundliche Grüße aus dem Schwarzwald
Peter Zickenrott