Ab Januar 2011 nur noch 6 Monate Wehrpflicht… soll man sich darüber jetzt etwa freuen?
23. Oktober 2009Für einen Menschen, dessen berufliche Tätigkeit vor 20 Jahren aus der totalen Ablehnung der Wehrpflicht heraus entstanden ist, müsste es doch eigentlich ein Erfolg sein. Endlich wieder ein bißchen weniger Belastung für die Betroffenen, endlich wieder ein Stück weniger von dieser himmelschreienden Ungerechtigkeit…. von wegen, genau das Gegenteil ist Fall. Die militärische Manipulation der Betroffenen geschieht in der Grundausbildung, der Rest ist meist stumpfsinniges “Absitzen” der Dienstzeit. Es bessert sich also gar nichts, ganz im Gegenteil.
Wenn z.B. 100.000 Menschen 9 Monate Dienst schieben, dann sind das 900.000 abgeleistete Dienstmonate. Teilt man diese 900.000 Dienstmonate nun durch die ab Januar 2011 gültige Dienstzeit von 6 Monaten dann kann man statt 100.000 Menschen jetzt 150.000 im gleichen Zeitraum einberufen und hat - natürlich so ganz nebenbei und bestimmt auch rein zufällig - das Problem der Wehrungerechtigkeit gelöst oder zumindest verkleinert. Das stärkste Argument der Wehrpflichtgegner wird also ganz massiv geschwächt und die Befürworter einer Berufsarmee sowie alle, die für die Aussetzung der so ungerechten Wehrpflicht sind, werden einen schweren Stand haben… Na wenn das mal kein genialer Schachzug war…
Der Clou dabei ist, dass das dumme Volk sich auch noch gut dabei fühlen wird, weil es die Hinterlistigkeit, mit der es hier beschissen wird, nicht zu erkennen vermag. Die FDP kann sich diesen “Erfolg” auf die Fahnen schreiben und alle sind glücklich. Und die paar Wenigen, die das üble Spiel, das in erster Linie dazu dient, der Fortbestand der Wehrpflicht zu sichern, durchschauen, die kann man aus Politikersicht getrost vergessen. Armes Deutschland!